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Kampfkunst-Lexikon
Systeme und Begriffe nach Kulturräumen geordnet – mit Originalschreibweise, Bedeutung, Herkunft und den Verbindungen untereinander.
Viele Kampfkünste stammen aus unterschiedlichen Kulturen und Epochen – und haben doch erstaunlich viel gemeinsam. Ursprünglich wurde mit und ohne Waffen gekämpft: Wer auf dem Schlachtfeld die Waffe verlor, kämpfte mit bloßen Händen und Füßen weiter.
So entstanden über die Jahrhunderte Schläge, Ellbogen, Knie, Kopfstöße, Tritte, Hebel, Würfe, Gegenwürfe, Gegenhebel und Bodenkampf. Es ging ums nackte Überleben. Erst in der Neuzeit wurden viele dieser Systeme versportlicht – aus Kampfkunst wurde zusätzlich Kampfsport mit Regeln, Gewichtsklassen und Wettkampf.
Dieses Lexikon ordnet Systeme und Begriffe nach Kulturräumen. Jede Farblinie steht für einen Kulturraum, Verbindungen zeigen, woraus ein System entstanden ist oder zu welchem System ein Begriff gehört. Wo möglich steht die Originalschreibweise mit ihrer wörtlichen Bedeutung dabei.
Farblich hervorgehobene Einträge sind Ausbildungsbereiche im CFC-System in Villach – ein Klick führt direkt zur passenden Seite.
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Ausbildungsbereiche im CFC-System
Wing Chun Kung Fu
詠春 (Wing Chun) – „besingter / schöner Frühling“
詠春 · Wing Tsun, Ving Tsun · Gong Fu (功夫) / Kungfu / Kung Fu
Südchinesisches Nahkampfsystem der Kung-Fu-Familie: kurze Wege, Körperstruktur, gleichzeitiges Abwehren und Handeln. Bei CFC in Villach die technische Grundlage des Ausbildungswegs.
Herkunft: China (Südchina)Entstehung: ca. 18./19. JahrhundertBegründer: überliefert der Nonne Ng Mui zugeschrieben; historisch fassbar ab Leung Jan (19. Jh.), weltweit verbreitet durch Ip Man (1893–1972)Kampfkunst
Entstanden aus Kung Fu (Gong Fu, 功夫) allgemeinBei CFC in Villach trainierenFMA – Filipino Martial Arts
Eskrima · Arnis · Kali – „Fechten“ · „Rüstung/Harnisch“ · alter Sammelname
Eskrima · Arnis · Kali
Waffenbasierte Kampfkunst mit Stock, Messer und leeren Händen; Winkel und Bewegung stehen im Mittelpunkt. Bei CFC Teil des Waffenkampf-Bereichs.
Herkunft: PhilippinenEntstehung: historisch gewachsen, moderne Systematisierung ab dem 20. Jh.Kampfkunst
Bei CFC in Villach trainierenHEMA – Historische Europäische Kampfkünste
Ars Dimicatoria – „Kunst des Fechtens“ (lat.)
Historisches Fechten · Langes Schwert, Degen
Rekonstruktion europäischer Fechtkunst aus historischen Fechtbüchern, vor allem langes Schwert und Degen. Bei CFC Teil des Waffenkampf-Bereichs.
Herkunft: Europa (u. a. deutscher & italienischer Raum)Entstehung: Quellen ab ca. 1300, Rekonstruktion seit den 1990ernBegründer: keine Einzelperson – Quellen von Johannes Liechtenauer (14. Jh.), Fiore dei Liberi (um 1409) und Hans Talhoffer (15. Jh.)Kampfkunst
Bei CFC in Villach trainierenBaraw
Baraw – „Messer/Dolch“ (Cebuano)
Teilbereich der FMA · auch Baraw Sugbo, Daga
Messerbereich der Filipino Martial Arts: Führen und Abwehren der kurzen Klinge, Distanzkontrolle und Kontrolltechniken. Bei CFC in Villach Teil des Waffenkampf-Bereichs.
Herkunft: PhilippinenEntstehung: historisch gewachsenBegriff / Person
Kein eigener Stil – gehört zu FMA – Filipino Martial ArtsBei CFC in Villach trainierenDumog
Dumog – „Ringen“
Teilbereich der FMA · philippinisches Ringen
Griff- und Ringkampfbereich der FMA: Körperkontrolle, Hebel, Nackengriffe und Werfen aus dem Clinch – oft direkt aus Waffensituationen heraus.
Herkunft: PhilippinenEntstehung: historisch gewachsenBegriff / Person
Kein eigener Stil – gehört zu FMA – Filipino Martial ArtsBei CFC in Villach trainierenPanantukan
Panantukan / Suntukan – von suntok – „Faustschlag“
Teilbereich der FMA · „Filipino Boxing“, Suntukan
Faustkampfbereich der FMA: Schläge, Ellbogen, Kopfstöße, Störtechniken und Angriffe auf Arme und Beine (Gunting, Limb Destruction).
Herkunft: PhilippinenEntstehung: historisch gewachsenBegriff / Person
Kein eigener Stil – gehört zu FMA – Filipino Martial ArtsBei CFC in Villach trainierenPangamut
Pangamot / Kamot – „mit der Hand“ – waffenlos
Teilbereich der FMA · Kamot-Kamot, waffenloser Bereich
Sammelbegriff für den waffenlosen Bereich der FMA. Die Bewegungen der Waffenarbeit werden dabei direkt auf die leere Hand übertragen.
Herkunft: PhilippinenEntstehung: historisch gewachsenBegriff / Person
Kein eigener Stil – gehört zu FMA – Filipino Martial ArtsBei CFC in Villach trainierenSantukan
Santukan – „Faustkampf“
Teilbereich der FMA · verwandt mit Panantukan/Suntukan
Regional gebräuchliche Bezeichnung für den Faustkampf der Filipino Martial Arts – je nach Linie deckungsgleich mit Panantukan oder als eigene Ausprägung geführt.
Herkunft: PhilippinenEntstehung: historisch gewachsenBegriff / Person
Kein eigener Stil – gehört zu PanantukanBei CFC in Villach trainierenBart Cham Dao
八斬刀 – „acht schneidende Messer“
八斬刀 · Wing-Chun-Doppelmesser · Baat Jaam Do
Die „acht schneidenden Messer“: kurze, breite Doppelklingen mit Handschutz – die höchste Waffenform im Wing Chun. Sie überträgt die Struktur der leeren Hand auf die Klinge: kurze Wege, Deckung durch Position, gleichzeitiges Abwehren und Schneiden. Historisch Waffe des Nahbereichs auf Booten und in engen Gassen Südchinas.
Herkunft: China (Südchina) – Wing ChunEntstehung: überliefert, Form ab dem 19. Jh.Waffe
Kein eigener Stil – gehört zu Wing Chun Kung FuBei CFC in Villach trainierenLuk Dim Boon Kwan
六點半棍 – „Sechseinhalb-Punkte-Stock“
六點半棍 · Wing-Chun-Langstock
Der „Sechseinhalb-Punkte-Stock“: bis zu drei Meter langer Stock aus der Tradition der südchinesischen Flussschiffer. Nur sechseinhalb Techniken, geführt aus Körperkraft und Struktur – Training für Distanzgefühl und Kraftübertragung.
Herkunft: China (Südchina) – Wing ChunEntstehung: überliefertWaffe
Kein eigener Stil – gehört zu Wing Chun Kung FuBei CFC in Villach trainierenOlisi / Baston
Rattanstock · FMA-Grundwaffe
Der Rattanstock ist die Lehrwaffe der FMA – nicht, weil er die gefährlichste Waffe wäre, sondern weil seine Bewegungen auf Klinge und leere Hand übertragbar sind. Historisch wurde in den Dörfern mit Stock geübt, weil Klingen unter spanischer Herrschaft verboten waren.
Herkunft: PhilippinenEntstehung: überliefert, Systematisierung ab dem 19. Jh.Waffe
Kein eigener Stil – gehört zu FMA – Filipino Martial ArtsBei CFC in Villach trainierenLangschwert
Anderthalbhänder · HEMA-Kernwaffe
Die Leitwaffe der europäischen Fechtbücher von Liechtenauer bis Meyer: beidhändig geführt, mit Hieb, Stich, Winden und Ringen am Schwert. Alles, was HEMA heute rekonstruiert, steht in diesen Handschriften.
Herkunft: Mitteleuropa (Deutschland, Italien)Entstehung: ca. 1350–1550Waffe
Kein eigener Stil – gehört zu HEMA – Historische Europäische KampfkünsteBei CFC in Villach trainieren
China – Kung Fu / Wushu
Zusammenhänge
Lei Tai Kickboxen
擂台 (Lèi Tái) – „erhöhte Kampftribüne“ – Plattform ohne Seile
擂台 · chinesisches Vollkontakt-Kickboxen (Sanda-Regelwerk)
Chinesische Vollkontakt-Kampfsportart auf der erhöhten Kampftribüne („Lei Tai“) – einer Plattform ohne Seile: Wer heruntergeworfen wird oder aufgibt, verliert. Historisch wurden diese Kämpfe ohne Schutz und mitunter bis zum Tod ausgetragen; erst danach entstanden Regeln, Schutzausrüstung und das heutige Wettkampfformat. Sifu Erich Ferlesch bringt Erfahrung aus dem Lei Tai Kickboxen im Vollkontakt mit – nicht zu verwechseln mit Thaiboxen.
Herkunft: ChinaEntstehung: Plattformkämpfe seit der Song-Dynastie, moderne Wettkampfform ab dem 20. Jh.Kampfsport
Entstanden aus Sanda / SanshouHakka-Systeme
客家 – „Gastfamilien“ – Volksgruppe Südchinas
客家 · Southern Praying Mantis, Bak Mei, Dragon Style
Familie südchinesischer Nahkampfsysteme mit kurzen Wegen, kompakter Struktur und starker Körpermechanik – strukturell verwandt mit dem Wing Chun.
Herkunft: Südchina (Hakka-Gemeinschaften)Entstehung: ab dem 18./19. Jh.Kampfkunst
Entstanden aus Kung Fu (Gong Fu, 功夫) allgemeinChoy Lee Fut
蔡李佛 – nach den Lehrern Choy, Lee und dem buddhistischen Erbe (Fut)
蔡李佛 · Choy Li Fut
Südchinesisches System mit weiten, kraftvollen Armtechniken und beweglicher Beinarbeit. Verbindet südliche Handarbeit mit nördlichen Tritten.
Herkunft: China (Guangdong)Entstehung: gegründet 1836Begründer: Chan Heung (1806–1875), gegründet 1836Kampfkunst
Entstanden aus Kung Fu (Gong Fu, 功夫) allgemeinHung Gar
洪家 – „Familie Hung“
洪家 · Hung Ga Kuen
Südchinesisches System mit tiefen Ständen, starker Struktur und Tierformen (u. a. Tiger und Kranich). Bekannt durch die Linie um Wong Fei-hung.
Herkunft: China (Südchina)Entstehung: ab dem 18./19. Jh.Begründer: überliefert Hung Hei-gun zugeschrieben (18./19. Jh.)Kampfkunst
Entstanden aus Shaolin Kung FuYiquan
意拳 (Yìquán) – „Faust der Absicht“
意拳 · Dachengquan (大成拳)
Innere Kampfkunst ohne feste Formen, aus dem Xingyiquan entwickelt. Kern ist die Standübung Zhan Zhuang, dazu Bewegungsarbeit (Shili), Schrittarbeit und freies Üben – die Absicht (Yi) steuert die Kraft.
Herkunft: China (Peking)Entstehung: 1920er Jahre, begründet von Wang XiangzhaiBegründer: Wang Xiangzhai (1885–1963)Kampfkunst
Entstanden aus Xingyi QuanKung Fu (Gong Fu, 功夫) allgemein
功夫 (Gong Fu) – „durch Zeit und Mühe erworbenes Können“
Kungfu · Wushu (武術) · Quanfa
Sammelbegriff für die chinesischen Kampfkünste; wörtlich „durch Zeit und Mühe erworbenes Können“. Im Chinesischen selbst gebräuchlicher ist Wushu.
Herkunft: ChinaEntstehung: über Jahrhunderte gewachsenBegriff / Person
Tai Chi Chuan
太極拳 (Taijiquan) – „Faustkampf des höchsten Prinzips“
太極拳 · Taijiquan · Chen, Yang, Wu (Hao), Wu, Sun
Innere Kampfkunst mit langsamen Formen, Struktur- und Partnerarbeit (Tuishou). Überliefert wird sie in fünf großen Familienrichtungen: Chen (älteste Linie, mit schnellen Kraftentladungen), Yang (am weitesten verbreitet), Wu/Hao, Wu und Sun. Heute überwiegend als Gesundheits- und Bewegungskunst verbreitet.
Herkunft: ChinaEntstehung: ab ca. 17. JahrhundertBegründer: Chen Wangting (17. Jh., Chen-Familie); Verbreitung durch Yang Luchan (1799–1872)Kampfkunst
Entstanden aus Wudang-Boxen
Wudang-Boxen
武當 · Wudang Quan
Sammelbezeichnung für die „inneren“ Systeme daoistischer Prägung mit Schwert- und Handformen. Betont Weichheit, Atmung und Achsenarbeit.
Herkunft: China (Wudang-Berge)Entstehung: traditionell den daoistischen Klöstern zugeschriebenBegriff / Person
Wuji
無極 (Wuji) – „das Grenzenlose“
無極
Bezeichnet den Zustand vor jeder Bewegung – Ausgangsstand und Grundhaltung vieler innerer Systeme. Wird als Steh- und Atemübung trainiert.
Herkunft: ChinaEntstehung: philosophischer Begriff, in Formen seit der Qing-ZeitBegriff / Person
Entstanden aus Tai Chi ChuanXingyi Quan
形意拳 (Xingyiquan) – „Faust von Form und Absicht“
形意拳
Innere Kampfkunst mit geradlinigen, sehr direkten Angriffslinien (Fünf Elemente, Tierformen). Kurz, kraftvoll, wenig Ausweichbewegung.
Herkunft: China (Shanxi/Hebei)Entstehung: ab ca. 17./18. JahrhundertBegründer: überliefert Ji Longfeng (17. Jh.) zugeschriebenKampfkunst
Entstanden aus Wudang-BoxenBa Gua Zhang
八卦掌 (Baguazhang) – „Handfläche der acht Trigramme“
八卦掌
Innere Kampfkunst, die auf Kreislaufen, Drehen und ständigem Positionswechsel aufbaut. Handflächentechniken statt Faustschlägen prägen das Bild.
Herkunft: China (Peking)Entstehung: 19. JahrhundertBegründer: Dong Haichuan (ca. 1797–1882)Kampfkunst
Entstanden aus Wudang-BoxenI Liq Chuan
意力拳 (Yili Quan) – „Faust von Absicht und Kraft“
意力拳 · Zhong Xin Dao
Innere Kampfkunst mit Fokus auf Wahrnehmung, Kontaktgefühl und Zentrum statt fester Technikabläufe. Sehr partnerorientiert (Spinning Hands).
Herkunft: Malaysia / ChinaEntstehung: 20. Jahrhundert (Chin Lik Keong)Begründer: Chin Lik Keong (*1935), weitergeführt von Sam F. S. ChinKampfkunst
Entstanden aus Tai Chi ChuanShaolin Kung Fu
少林 (Shàolín) – „junger Wald“ – Name des Klosters
少林 · Shaolin Quan
Äußeres Kung-Fu-System mit Tierformen, Sprüngen, Waffenformen und starkem Grundlagentraining. Prägend für viele spätere chinesische Systeme.
Herkunft: China (Henan)Entstehung: Kloster seit 495 n. Chr., Kampfkunsttradition ab dem MittelalterBegründer: Kloster 495 gegründet; die Kampfkunst-Überlieferung wird Bodhidharma zugeschrieben (nicht historisch gesichert)Begriff / Person
Entstanden aus Kung Fu (Gong Fu, 功夫) allgemeinSanda / Sanshou
散打 / 散手 (Sanda / Sanshou) – „freies Schlagen“ / „freie Hand“
散打
Chinesischer Vollkontakt-Kampfsport aus Schlägen, Tritten und Würfen. Sportliche Zuspitzung traditioneller Kung-Fu-Techniken.
Herkunft: ChinaEntstehung: moderne Wettkampfform ab den 1970ernBegründer: kein Einzelgründer – ab 1979 als staatliches Wettkampfformat in China entwickeltKampfsport
Entstanden aus Kung Fu (Gong Fu, 功夫) allgemeinShuai Jiao
摔跤 – „werfen und stürzen“
摔跤 · chinesisches Ringen
Chinesische Wurfkunst mit Jackengriff, Standringen ohne Bodenkampf. Bildet die Wurf- und Clinch-Ebene im Sanda und im Lei Tai Kickboxen.
Herkunft: ChinaEntstehung: antike Wurzeln, moderne Wettkampfform ab dem 20. Jh.Kampfsport
Entstanden aus Kung Fu (Gong Fu, 功夫) allgemeinTanglangquan (Mantis)
螳螂拳 – „Faust der Gottesanbeterin“
螳螂拳 · Gottesanbeterin-Stil
Kung-Fu-System mit hakenden Händen, schnellen Handfolgen und ständigem Kleben am Arm des Gegners. In Hongkong seit den 1950er Jahren eines der prägenden Systeme.
Herkunft: China (Shandong), stark verbreitet in HongkongEntstehung: ab dem 17./18. JahrhundertBegründer: überliefert Wang Lang zugeschrieben (17./18. Jh.)Kampfkunst
Entstanden aus Kung Fu (Gong Fu, 功夫) allgemeinJian & Dao
劍 / 刀 – „Schwert“ / „Säbel“
劍 / 刀 · chinesisches Schwert und Säbel
Das Jian („Gelehrtenschwert“) ist zweischneidig und stichbetont, der Dao einschneidig und hiebbetont – die Standardwaffe der chinesischen Armeen. Beide leben in den Formen von Tai Chi, Shaolin und Wushu weiter, dort allerdings meist als Übungs- und Schauform.
Herkunft: ChinaEntstehung: Bronzezeit bis NeuzeitWaffe
Kein eigener Stil – gehört zu Kung Fu (Gong Fu, 功夫) allgemein
Japan & Okinawa – Budō
Ninjutsu
忍術 – „Kunst des Ausharrens / Verbergens“
忍術 · Ninpō · Shinobi
Sammlung von Methoden für Aufklärung, Tarnung, unbewaffneten Kampf und Waffengebrauch. Historisch schwer belegbar, modern vor allem über Schulen wie Bujinkan verbreitet.
Herkunft: Japan (Iga, Kōga)Entstehung: ab dem 15. Jh., moderne Schulen ab dem 20. Jh.Begründer: keine gesicherte Gründerfigur; moderne Verbreitung über Toshitsugu Takamatsu (1889–1972) und Masaaki Hatsumi (1931–2024)Kampfkunst
Entstanden aus Jiu Jitsu (Ju-Jutsu)
Kenpo Karate
拳法 (Kenpō) – „Faustmethode“
American Kenpo · Kempo (拳法)
Schlagbetontes System mit schnellen Handkombinationen und klaren Selbstverteidigungsabläufen. Verbindet japanisch-okinawanische Wurzeln mit chinesischen Einflüssen.
Herkunft: Japan/Okinawa → Hawaii, USAEntstehung: moderne Ausformung ab den 1940er/1950er JahrenBegründer: James Mitose und William K. S. Chow; American Kenpo durch Ed Parker (1931–1990)Kampfkunst
Entstanden aus Karate-DōShorinji Kempo
少林寺拳法 – „Faustmethode des Shaolin-Klosters“
少林寺拳法
Japanisches System aus Schlag- und Tritttechniken (gōhō) sowie Hebeln und Würfen (jūhō), verbunden mit einer stark erzieherischen Ausrichtung.
Herkunft: Japan (Shikoku)Entstehung: gegründet 1947Begründer: Dōshin Sō (1911–1980), gegründet 1947Kampfkunst
Entstanden aus Shaolin Kung FuSumo
相撲 – „gegenseitiges Schlagen/Ringen“
相撲 · Ōzumō
Ringkampf im Kreis (dohyō): Wer den Ring verlässt oder mit etwas anderem als den Fußsohlen den Boden berührt, verliert. Stark von Shintō-Ritualen geprägt.
Herkunft: JapanEntstehung: rituelle Wurzeln über 1.000 Jahre, Profisport seit dem 17. Jh.Kampfsport
Entstanden aus Ringen / Wrestling
Taikiken
太気拳 – „Faust der großen Energie“
太気拳 · japanische Linie des Yiquan (意拳)
Arbeit an Stand, Wahrnehmung und Kraftentfaltung ohne feste Formen: Ritsuzen (Standübung), Hai (Gehen) und freies Üben stehen im Mittelpunkt.
Herkunft: Japan (aus dem chinesischen Yiquan)Entstehung: ab den 1940er/1950er JahrenBegründer: Kenichi Sawai (1903–1988), Schüler von Wang XiangzhaiKampfkunst
Entstanden aus YiquanKarate-Dō
空手道 (Karate-dō) – „Weg der leeren Hand“ – ursprünglich 唐手 „China-Hand“, in den 1930ern umbenannt
空手道 · Karate Do · Shotokan, Gōjū-Ryū, Shitō-Ryū, Wadō-Ryū, Kyokushin · Begründer des modernen Karate: Gichin Funakoshi
Waffenlose Kampfkunst mit Schlägen, Tritten und Blocktechniken, organisiert in Kata und Kumite. In Europa einer der verbreitetsten Kampfsportarten.
Herkunft: Japan (Okinawa)Entstehung: Wurzeln ab dem 17. Jh., moderne Stile ab ca. 1920Begründer: Gichin Funakoshi (1868–1957) brachte Karate 1922 von Okinawa nach Japan; Wegbereiter Ankō Itosu (1831–1915)Kampfkunst
Entstanden aus Kung Fu (Gong Fu, 功夫) allgemein
Judo
柔道 – „der sanfte Weg“
柔道
Wurf- und Bodenkampfsport aus dem Jiu Jitsu, olympisch seit 1964. Prinzip: die Kraft des Gegners nutzen statt dagegenhalten.
Herkunft: JapanEntstehung: 1882 (Jigoro Kano)Begründer: Jigorō Kanō (1860–1938), Kōdōkan 1882Kampfsport
Entstanden aus Jiu Jitsu (Ju-Jutsu)
Jiu Jitsu (Ju-Jutsu)
柔術 – „sanfte Kunst“
柔術
Historische Nahkampfkunst der Samurai für den Kampf ohne oder mit kurzer Waffe: Hebel, Würfe, Würgen. Ursprung von Judo und BJJ.
Herkunft: JapanEntstehung: Samurai-Zeit, ab ca. 16. JahrhundertKampfkunst
Aikido
合気道 – „Weg der Harmonie der Energie“
合気道
Japanische Kampfkunst aus Hebeln, Würfen und Kreisbewegungen ohne Wettkampf. Betont Harmonie und Umlenkung der Angriffsenergie.
Herkunft: JapanEntstehung: 1920er–40er Jahre (Morihei Ueshiba)Begründer: Morihei Ueshiba (1883–1969), genannt ŌsenseiKampfkunst
Entstanden aus Daitō-Ryū Aiki-Jūjutsu
Kendo
剣道 – „Weg des Schwertes“
剣道
Japanisches Schwertfechten mit Bambusschwert (Shinai) und Rüstung. Sportlich geregelt, mit klaren Trefferzonen und starkem Etikette-Bezug.
Herkunft: JapanEntstehung: aus Kenjutsu, moderne Form ab dem 18./19. Jh.Begründer: kein Einzelgründer – aus Kenjutsu-Schulen, moderne Form über den Dai Nippon Butoku Kai (ab 1895)Kampfsport
Entstanden aus Kobudo
Iaido
居合道 – „Weg des Ziehens im Sitzen/Stehen“
居合道
Kunst des Schwertziehens: Ziehen, Schnitt, Reinigen und Zurückstecken in exakten Solo-Formen. Kein Partnerkampf, höchste Präzision.
Herkunft: JapanEntstehung: aus Iaijutsu, ab dem 16. JahrhundertKampfkunst
Entstanden aus KendoKyudo
弓道 – „Weg des Bogens“
弓道
Japanisches Bogenschießen als Weg-Disziplin mit strengem Bewegungsritual. Ziel ist die Haltung ebenso wie der Treffer.
Herkunft: JapanEntstehung: aus der Samurai-Bogenschule, modern ab dem 20. Jh.Kampfkunst

Kobudo
古武道 – „alter Kampfweg“
古武道
Waffenkunst mit Bo, Sai, Tonfa, Nunchaku und Kama, eng mit dem Karate verbunden. Ursprünglich aus Alltags- und Bauernwerkzeugen entwickelt.
Herkunft: Japan (Okinawa)Entstehung: ab dem 17. JahrhundertKampfkunst
Bujinkan
武神館 – „Halle des göttlichen Kriegers“
武神館 · Schule · Ninjutsu-Linie
Kein eigener Stil, sondern eine Organisation, die neun alte japanische Schulen (Ryūha) zusammenfasst und heute die bekannteste Verbreitungsform des Ninjutsu darstellt.
Herkunft: JapanEntstehung: gegründet ab den 1970er JahrenBegründer: Masaaki Hatsumi (1931–2024), gegründet in den 1970er JahrenBegriff / Person
Kein eigener Stil – gehört zu NinjutsuKatana
刀 / 日本刀 – „Schwert“ / „japanisches Schwert“
刀 · japanisches Schwert
Gekrümmte, einschneidige Klinge des Samurai, aus gefaltetem Stahl mit differenziell gehärteter Schneide. Sie war Zweit- und Nahwaffe – auf dem Schlachtfeld führten Samurai zuerst Bogen und Speer. Geübt wird sie heute im Iaidō (Ziehen und Schneiden) und im Kendō (Wettkampf mit dem Shinai).
Herkunft: JapanEntstehung: ab dem 14. JahrhundertWaffe
Kein eigener Stil – gehört zu IaidoShuriken
手裏剣 – „in der Hand verborgene Klinge“
手裏剣 · Wurfklingen
Kleine Wurfklingen – meist einfache Nadeln (Bo-Shuriken), seltener die bekannten Sterne. Sie waren nie eine Tötungswaffe, sondern eine Ablenkungs- und Verzögerungswaffe im Ninjutsu und in einigen Samurai-Schulen. Das Filmbild vom lautlosen Sternentöter ist Fiktion.
Herkunft: JapanEntstehung: ab dem 17. Jahrhundert dokumentiertWaffe
Kein eigener Stil – gehört zu NinjutsuBō, Sai, Tonfa, Nunchaku
Waffen des Kobudō (Okinawa)
Die Waffen des okinawanischen Kobudō stammen aus Alltag und Amtsgebrauch: Bō (Tragestange), Sai (Gabelwaffe der Ordnungsbeamten), Tonfa (Mühlsteingriff) und Nunchaku. Sie entstanden in einer Zeit, in der Waffenbesitz auf Okinawa stark eingeschränkt war.
Herkunft: OkinawaEntstehung: 17.–19. JahrhundertWaffe
Kein eigener Stil – gehört zu KobudoShōtōkan
松濤館 – „Halle des Kiefernrauschens“ – nach Funakoshis Schriftstellernamen
松濤館 · Shotokan Karate
Der weltweit verbreitetste Karate-Stil: lange, tiefe Stellungen, gerade Linien, klar getrennte Techniken. Benannt nach „Shōtō“, dem Schriftstellernamen Gichin Funakoshis.
Herkunft: Japan (aus Okinawa)Entstehung: ab 1936 (Name der Übungshalle Funakoshis)Begründer: Gichin Funakoshi (1868–1957) und sein Sohn Yoshitaka Funakoshi (1906–1945)Kampfkunst
Entstanden aus Karate-DōGōjū-Ryū
剛柔流 – „harte und weiche Schule“
剛柔流 · „harte und weiche Schule“
Okinawa-Karate mit kurzen Distanzen, Atemarbeit (Sanchin) und kreisförmigen Blöcken. Verbindet harte Schlagtechnik mit weicher Umlenkung; deutliche südchinesische Einflüsse.
Herkunft: Japan (Okinawa, Naha)Entstehung: Name ab 1933, Wurzeln im Naha-te des 19. Jh.Begründer: Chōjun Miyagi (1888–1953), Name ab 1933Kampfkunst
Entstanden aus Karate-DōShitō-Ryū
糸東流 – aus den Namen der Lehrer Itosu und Higaonna gebildet
糸東流
Kata-reichster der vier großen Karate-Stile: Kenwa Mabuni bewahrte darin die Überlieferungen seiner Lehrer Ankō Itosu (Shuri-te) und Kanryō Higaonna (Naha-te).
Herkunft: Japan (Okinawa → Osaka)Entstehung: gegründet 1934Begründer: Kenwa Mabuni (1889–1952)Kampfkunst
Entstanden aus Karate-DōWadō-Ryū
和道流 – „Schule des Weges der Harmonie“
和道流 · „Schule des Weges der Harmonie“
Karate-Stil mit starkem Jūjutsu-Anteil: Ausweichen und Körperverschiebung (Taisabaki) statt Kraft gegen Kraft. Hironori Ōtsuka war Meister der Shindō Yōshin-ryū, bevor er bei Funakoshi lernte.
Herkunft: JapanEntstehung: gegründet 1939Begründer: Hironori Ōtsuka (1892–1982), gegründet 1939Kampfkunst
Entstanden aus Karate-DōKyokushin
極真 – „höchste Wahrheit“
極真会館 · Kyokushinkai
Vollkontakt-Karate: Kämpfe ohne Schutzausrüstung, Schläge zum Körper und Tritte auch zum Kopf, Faustschläge zum Kopf verboten. Bekannt für harte Konditionierung und Bruchtests.
Herkunft: JapanEntstehung: gegründet 1964Begründer: Masutatsu „Mas“ Oyama (1923–1994), gegründet 1964Kampfsport
Entstanden aus Karate-DōShōrin-Ryū
少林流 – „Shaolin-Schule“
少林流 · Shuri-te
Ältere okinawanische Linie mit natürlicheren, höheren Stellungen und schnellen Winkelschritten. Der Name verweist auf die chinesische Shaolin-Überlieferung.
Herkunft: Japan (Okinawa, Shuri)Entstehung: Name ab 1933, Wurzeln im Shuri-te des 18./19. Jh.Begründer: Chōshin Chibana (1885–1969), Schüler von Ankō ItosuKampfkunst
Entstanden aus Karate-DōDaitō-Ryū Aiki-Jūjutsu
大東流合気柔術 – „Große-Osten-Schule der Aiki-Jūjutsu“
大東流合気柔術
Hebel-, Wurf- und Kontrollsystem der Samurai-Überlieferung und direkter Vorläufer des Aikidō: Morihei Ueshiba war Schüler von Sōkaku Takeda.
Herkunft: Japan (Aizu)Entstehung: öffentlich unterrichtet ab 1898Begründer: Sōkaku Takeda (1859–1943) als Erneuerer der SchuleKampfkunst
Entstanden aus Jiu Jitsu (Ju-Jutsu)Tenshin Shōden Katori Shintō-Ryū
天真正伝香取神道流 – „wahrhaft überlieferte Katori-Shintō-Schule“
天真正伝香取神道流 · Koryū-Kenjutsu
Eine der ältesten durchgehend überlieferten Kampfschulen Japans (Koryū): Schwert, Stab, Speer, Naginata und Kurzschwert in festen Partnerformen – Kriegskunst vor der Sportzeit.
Herkunft: Japan (Katori, Chiba)Entstehung: gegründet im 15. JahrhundertBegründer: Iizasa Chōisai Ienao (ca. 1387–1488)Kampfkunst
Entstanden aus KobudoNaginata-jutsu / Atarashii Naginata
薙刀術 – „Kunst der Stangenklinge“
薙刀術
Kampf mit der Stangenklinge: große Bögen, Distanzkontrolle, Angriffe auf Kopf, Rumpf und Schienbein. In der Edo-Zeit vor allem von Frauen des Kriegerstandes geführt.
Herkunft: JapanEntstehung: Kriegsgebrauch ab dem 12. Jh., Sportform ab 1955Kampfkunst
Entstanden aus KobudoJōdō / Jōjutsu
杖道 – „Weg des Stocks“
杖道 · Shintō Musō-Ryū
Kampf mit dem kurzen Stock (jō) gegen das Schwert. Der Überlieferung nach entwickelt von Musō Gonnosuke nach einer Niederlage gegen Miyamoto Musashi.
Herkunft: JapanEntstehung: 17. JahrhundertBegründer: Musō Gonnosuke (17. Jh.), Shintō Musō-ryūKampfkunst
Entstanden aus KobudoShooto
修斗 – „den Kampf üben“
修斗 · Shoot Wrestling
Frühe japanische MMA-Form aus Ringen, Schlagtechnik und Aufgabegriffen – ein Wegbereiter des heutigen Mixed Martial Arts in Asien.
Herkunft: JapanEntstehung: gegründet 1985Begründer: Satoru Sayama (*1957), gegründet 1985Kampfsport
Entstanden aus Jiu Jitsu (Ju-Jutsu)Kudo (Daidō Juku)
空道 – „Weg der Leere“
空道 · 大道塾
Vollkontaktsystem mit Kopfschutzvisier: Schläge, Tritte, Würfe und Bodenkampf in einem Regelwerk – Karate-Wurzeln, deutlich in Richtung Allkampf erweitert.
Herkunft: JapanEntstehung: gegründet 1981Begründer: Azuma Takashi (*1949), Daidō Juku 1981Kampfsport
Entstanden aus Karate-Dō
Korea
Taekwondo
태권도 (跆拳道) – „Weg von Fuß und Faust“
태권도
Koreanische Kampfkunst mit ausgeprägter Fußtechnik und Formenlauf (Poomsae), olympisch seit 2000. In Europa stark im Breitensport verankert.
Herkunft: KoreaEntstehung: 1950er JahreBegründer: Choi Hong-hi (1918–2002) prägte 1955 den Namen und gründete die ITF; olympische Linie über Kukkiwon/WTKampfsport
Entstanden aus Karate-Dō
Hapkido
합기도 (合氣道) – „Weg der vereinten Energie“
합기도
Koreanisches Selbstverteidigungssystem aus Hebeln, Würfen, Tritten und Stockarbeit. Verbindet weiche Umlenkung mit harten Techniken.
Herkunft: KoreaEntstehung: ab den 1940er/50er JahrenBegründer: Choi Yong-sool (1904–1986), Schüler der Daitō-ryū-LinieSelbstverteidigungssystem
Entstanden aus Jiu Jitsu (Ju-Jutsu)
Südostasien
Zusammenhänge
Muay Thai
มวยไทย – „thailändischer Faustkampf“
Thaiboxen
Vollkontaktsport mit Fäusten, Ellbogen, Knien und Tritten sowie Clinch-Arbeit. Gilt als eine der härtesten Schlagsportarten.
Herkunft: ThailandEntstehung: historische Wurzeln, modernes Regelwerk ab ca. 1920Kampfsport
Viet Vo Dao
Việt Võ Đạo – „Weg der vietnamesischen Kampfkunst“
Vovinam
Vietnamesische Kampfkunst mit Schlägen, Tritten, Scherenwürfen und Waffenformen. In Frankreich und Deutschland gut vertreten.
Herkunft: VietnamEntstehung: 1938 (Nguyen Loc)Kampfkunst
Pencak Silat
Pencak Silat – „kunstvolle Bewegung“ und „Kampf“
Sammelbegriff für hunderte indonesische Silat-Systeme mit tiefen Ständen, Hebeln, Würfen und Klingenarbeit. Stark regional geprägt.
Herkunft: Indonesien / MalaysiaEntstehung: historisch gewachsen, Dachverband seit 1948Kampfkunst
Silat-Systeme (Harimau, Cimande u. a.)
Familie südostasiatischer Kampfkünste mit ausgeprägter Boden- und Bodenwechselarbeit sowie Messerkultur. Jede Schule hat eigene Formen.
Herkunft: SüdostasienEntstehung: vorkoloniale WurzelnBegriff / Person
Entstanden aus Pencak SilatLethwei
လက်ဝှေ့ – „Faustkampf“ (burmesisch)
Burmesisches Boxen
Härteste Variante des südostasiatischen Ringkampfs: Fäuste, Ellbogen, Knie, Tritte und zusätzlich der Kopfstoß, traditionell ohne Handschuhe. Gilt als „Kunst der neun Glieder“.
Herkunft: Myanmar (Burma)Entstehung: historische Wurzeln, moderne Regeln ab dem 20. Jh.Kampfsport
Bokator
ល្បុក្កតោ (Labokkatao) – „den Löwen niederschlagen“
Kun Lbokator
Altes khmerisches Schlachtfeldsystem mit Ellbogen, Knien, Würfen, Hebeln und Waffen; die Tempelreliefs von Angkor zeigen Techniken daraus. Nach fast völligem Verlust wieder aufgebaut.
Herkunft: KambodschaEntstehung: Wurzeln in der Angkor-Zeit, Wiederbelebung ab 2001Kampfkunst
Vovinam
Vovinam Việt Võ Đạo – „Weg der vietnamesischen Kampfkunst“
Vovinam Việt Võ Đạo
Bekanntestes vietnamesisches System: Schläge, Tritte, Hebel, Würfe und die charakteristischen Scherentritte mit den Beinen. Heute weltweit als Wettkampf- und Breitensport verbreitet.
Herkunft: Vietnam (Hanoi)Entstehung: gegründet 1938Begründer: Nguyễn Lộc (1912–1960), gegründet 1938Kampfsport
Entstanden aus Viet Vo DaoVõ Cổ Truyền
Võ Cổ Truyền – „überlieferte Kampfkunst“
Bình Định · traditionelles vietnamesisches Kampfsystem
Sammelbegriff für die alten Dorf- und Familiensysteme Vietnams. Die Region Bình Định gilt als Herzstück: Formen mit Stock, Säbel und Doppelmesser, kurze Distanz, tiefe Stände.
Herkunft: Vietnam (Provinz Bình Định)Entstehung: überliefert, schriftlich ab dem 18. Jh.Kampfkunst
Kein eigener Stil – gehört zu Viet Vo DaoNhất Nam
nordvietnamesisches System
Auf alten nordvietnamesischen Überlieferungen aufgebautes System mit weichen, ausweichenden Bewegungen und Angriffen auf empfindliche Punkte statt Kraftvergleich.
Herkunft: Vietnam (Nghệ An / Thanh Hóa)Entstehung: moderne Systematisierung ab 1983Begründer: Ngô Xuân Bính (*1957)Kampfkunst
Entstanden aus Viet Vo DaoSilat Cimande
Pencak Silat Cimande · Westjava (Sunda)
Eine der ältesten Silat-Schulen Javas: harte Unterarmarbeit, tiefe Stände, Handkantenschläge und eine eigene Heiltradition (Knochen- und Massagearbeit).
Herkunft: Indonesien (Westjava)Entstehung: 18. JahrhundertKampfkunst
Kein eigener Stil – gehört zu Pencak SilatSetia Hati Terate
PSHT · Pencak Silat, Ostjava
Größte organisierte Silat-Schule Indonesiens: festes Curriculum aus Schlägen, Tritten, Würfen und Waffenformen, verbunden mit einer strengen Werteschulung.
Herkunft: Indonesien (Madiun, Ostjava)Entstehung: gegründet 1922Begründer: Ki Ngabehi Soerodiwirjo (1869–1944)Kampfkunst
Kein eigener Stil – gehört zu Pencak SilatKuntao
Kun Tao · chinesisch-indonesische Systeme
Sammelbegriff für die Kung-Fu-Systeme der chinesischen Auswanderer in Südostasien, die sich mit Silat vermischt haben. Kennzeichen: kurze Distanz, viel Ellbogen- und Griffarbeit.
Herkunft: Indonesien / Malaysia (chinesische Gemeinden)Entstehung: überliefert seit der KolonialzeitKampfkunst
Entstanden aus Kung Fu (Gong Fu, 功夫) allgemeinTarung Derajat
AA-Boxer · modernes indonesisches System
Modernes indonesisches Vollkontaktsystem aus der Straßenerfahrung seines Gründers: geradlinige Schläge, Tritte und Würfe, offiziell in Militär und Polizei eingesetzt.
Herkunft: Indonesien (Bandung, Java)Entstehung: gegründet in den 1960er JahrenBegründer: Achmad Dradjat (*1951)Selbstverteidigungssystem
Entstanden aus Pencak SilatSilat Melayu
malaiisches Silat
Ursprungsform des malaiischen Silat: fließende Schrittarbeit (Langkah), Kontrolle über die Gliedmaßen des Gegners und der Kris als traditionelle Waffe.
Herkunft: Malaysia / malaiische HalbinselEntstehung: überliefert, Hinweise ab dem 15. Jh.Kampfkunst
Kein eigener Stil – gehört zu Silat-Systeme (Harimau, Cimande u. a.)Silat Seni Gayong
Gayong · malaysische Schule
Bekannteste malaysische Silat-Schule: Würfe, Hebel, Messerarbeit und Bodenlage – lange Zeit Ausbildungsgrundlage für Militär und Polizei.
Herkunft: MalaysiaEntstehung: gegründet 1942Begründer: Dato' Meor Abdul Rahman (1915–1991)Selbstverteidigungssystem
Entstanden aus Silat MelayuSilat Cekak
Cekak Hanafi · Kedah
Rein defensiv aufgebautes System ohne Formen: 21 festgelegte Grundverteidigungen, die erst auf den Angriff reagieren und sofort in Kontrolle übergehen.
Herkunft: Malaysia (Kedah)Entstehung: überliefert, moderne Schule ab 1965Begründer: Ustaz Hanafi bin Ahmad (1962 systematisiert)Selbstverteidigungssystem
Entstanden aus Silat MelayuTomoi
malaysisches Kickboxen
Nordmalaysische Variante des südostasiatischen Ringkampfboxens mit Ellbogen, Knien und Clinch – eng verwandt mit Muay Thai, mit eigener Musik und eigenem Eröffnungstanz.
Herkunft: Malaysia (Kelantan, Nordgrenze)Entstehung: überliefert, sportlich ab dem 20. Jh.Kampfsport
Entstanden aus Muay Thai
Philippinen – FMA
Zusammenhänge
Pekiti-Tirsia Kali
Philippinisches Klingensystem mit Fokus auf Messer, Doppelstock und aggressive Winkelarbeit. Wird auch militärisch ausgebildet.
Herkunft: PhilippinenEntstehung: Familiensystem seit 1897Begründer: Familie Tortal (ab 1897), heute Leo T. Gaje Jr.Kampfkunst
Kein eigener Stil – gehört zu FMA – Filipino Martial ArtsKalis / Kris
Wellenklinge Südostasiens
Die geflammte Klinge der Moro und der malaiischen Welt: gleichzeitig Kriegswaffe, Statussymbol und rituelles Erbstück. Die Wellenform vergrößert die Wundfläche; im Silat und in den südphilippinischen FMA-Linien ist der Kris die Kernklinge.
Herkunft: Philippinen, Indonesien, MalaysiaEntstehung: belegt ab dem 14./15. JahrhundertWaffe
Kein eigener Stil – gehört zu FMA – Filipino Martial ArtsBarong & Bolo
philippinische Arbeits- und Kriegsklingen
Barong: schwere blattförmige Klinge der Tausug. Bolo: das allgegenwärtige Feldmesser, das vom Zuckerrohr bis zum Aufstand alles geschnitten hat. Beide waren im philippinisch-amerikanischen Krieg gefürchtet und prägen bis heute die Schnittwinkel der FMA.
Herkunft: PhilippinenEntstehung: überliefert, im Krieg dokumentiert um 1900Waffe
Kein eigener Stil – gehört zu FMA – Filipino Martial ArtsBalisong
Butterflymesser · Batangas
Klappmesser mit zweigeteiltem Griff, in Batangas als Alltags- und Verteidigungsmesser getragen. Für die FMA interessant, weil das Öffnen im Griff selbst Teil der Bewegungsschulung ist.
Herkunft: Philippinen (Batangas)Entstehung: belegt ab dem 19./20. JahrhundertWaffe
Kein eigener Stil – gehört zu FMA – Filipino Martial Arts
Indien
Zusammenhänge
Kalaripayattu
കളരിപ്പയറ്റ് – „Übung des Kampfplatzes (Kalari)“
Eine der ältesten dokumentierten Kampfkünste Indiens: weite Beinarbeit, Sprünge, Stock- und Klingenwaffen bis zum biegsamen Urumi-Schwert, verbunden mit Heilkunde und Massage.
Herkunft: Indien (Kerala)Entstehung: Wurzeln ab dem 11./12. JahrhundertBegründer: kein historischer Gründer; die Überlieferung nennt die Rishis Parashurama (Norden) und Agastya (Süden)Kampfkunst

Urumi
ഉറുമി – „biegsames Schwert“
ഉറുമി · biegsames Peitschenschwert
Eine oder mehrere biegsame Stahlklingen an einem Griff, um die Hüfte getragen. Die gefährlichste Waffe des Kalarippayattu – gefährlich vor allem für den Ungeübten selbst, weshalb sie erst am Ende der Ausbildung gelehrt wird.
Herkunft: Indien (Kerala) – KalarippayattuEntstehung: überliefert, Hinweise ab dem 16. Jh.Waffe
Kein eigener Stil – gehört zu KalaripayattuSilambam
tamilischer Stockkampf
Eine der ältesten dokumentierten Stockkampfkünste: langer Bambusstab, kreisende Bewegungen, Arbeit aus der Distanz. Historisch Ausbildung von Kriegern und Karawanenschutz in Südindien.
Herkunft: Indien (Tamil Nadu)Entstehung: in Sangam-Texten ab ca. 2. Jh. erwähntKampfkunst
Gatka
Shastar Vidiya · Sikh-Waffenkunst
Waffenkunst der Sikh-Krieger mit Krummschwert (Kirpan), Stock, Schild und dem Wurfring Chakram. Entstanden aus der militärischen Verteidigung der Sikh-Gemeinschaft, heute zusätzlich religiöse und festliche Tradition.
Herkunft: Indien (Punjab)Entstehung: 17./18. JahrhundertBegründer: aus der Sikh-Kriegertradition, geprägt unter Guru Hargobind (1595–1644)Kampfkunst
Kali, Shiva & die indische Kampftradition
Begriff · religiöser Hintergrund
Kein Stil, sondern der religiöse Rahmen: Shiva gilt als Ursprung von Tanz und Zerstörung, die Göttin Kali als Kraft, die Zeit und Furcht überwindet. Kalarippayattu beginnt mit Verbeugung vor Meister, Boden und Gottheit. Wichtig zur Abgrenzung: Das philippinische „Kali“ hat mit der Göttin nichts zu tun – der Name kommt aus dem südostasiatischen Sprachraum.
Herkunft: IndienEntstehung: überliefertBegriff / Person
Kein eigener Stil – gehört zu KalaripayattuMalla-Yuddha
मल्लयुद्ध – „Ringerkampf“
मल्लयुद्ध · Kushti / Pehlwani
Klassisches indisches Ringen mit Würfen, Klammern und Bodenkontrolle, in Mahābhārata und Rāmāyaṇa erwähnt. Lebt heute im Lehmgruben-Ringen Kushti/Pehlwani weiter.
Herkunft: Indischer SubkontinentEntstehung: in Epen ab ca. 400 v. Chr. beschriebenKampfsport
Mardani Khel
मर्दानी खेळ – „männliches Spiel“ – Kriegskunst der Marathen
मर्दानी खेळ
Waffenkunst der Marathen mit gebogenem Schwert (Talwar), Schild, Speer und dem biegsamen Patta-Schwert. Geprägt von schnellen Bewegungen im unwegsamen Bergland.
Herkunft: Indien (Maharashtra)Entstehung: Marathen-Zeit, 17. JahrhundertKampfkunst
Thang-Ta (Huyen Langlon)
ꯊꯥꯡ-ꯇꯥ – „Schwert und Speer“
ꯊꯥꯡ-ꯇꯥ · „Schwert und Speer“
Kriegskunst aus Manipur mit Schwert (thang) und Speer (ta), ergänzt um den waffenlosen Bereich Sarit Sarak. Nach der britischen Kolonialzeit ab dem 20. Jh. wiederbelebt.
Herkunft: Indien (Manipur)Entstehung: überliefert, dokumentiert ab dem 17. Jh.Kampfkunst
Musti-Yuddha
मुष्टियुद्ध – „Faustkampf“
मुष्टियुद्ध · Muki Boxing
Indischer Faustkampf mit Schlägen, Tritten, Knien und Ellbogen, historisch ohne Handschutz ausgetragen. Eng verbunden mit den Ringerhöfen (Akhara).
Herkunft: Indien (u. a. Varanasi)Entstehung: antike Wurzeln, Wettkämpfe bis ins 20. Jh.Kampfsport
Varma Kalai / Marma Adi
வர்ம கலை – „Kunst der Druckpunkte“
வர்ம கலை
Lehre der Druckpunkte (varmam/marma) innerhalb von Kalaripayattu und südindischen Systemen – historisch immer zweiseitig gedacht: Angriff auf den Punkt und Behandlung desselben Punktes in der Heilkunde.
Herkunft: Indien (Tamil Nadu, Kerala)Entstehung: überliefert, Textquellen ab dem MittelalterBegriff / Person
Kein eigener Stil – gehört zu Kalaripayattu
Europa – historisch & modern
Zusammenhänge
Bare-Knuckle Fights
Bare-Knuckle Boxing · Prizefighting
Faustkampf ohne Boxhandschuhe, historisch mit langen Runden und Ringkampfanteilen. Moderne Ligen arbeiten mit Regelwerk, Handbandagen und Gewichtsklassen.
Herkunft: England, heute internationalEntstehung: 18./19. Jh., moderne Wettkampfszene seit ca. 2018Kampfsport
Entstanden aus Boxen
Kickboxen
Sportliche Verbindung aus Boxschlägen und Tritten in verschiedenen Regelvarianten (Semikontakt bis K-1). In Europa weit verbreitet.
Herkunft: Japan / USA / EuropaEntstehung: 1960er/70er JahreKampfsport
Entstanden aus Karate-DōBoxen
Faustkampf mit Fokus auf Beinarbeit, Distanz und Deckung. Liefert die Grundlagen für Schlagkraft in vielen modernen Systemen.
Herkunft: England / AntikeEntstehung: antike Wurzeln, moderne Regeln ab 1867Begründer: kein Gründer – Regelwerke durch Jack Broughton (1743) und die Queensberry Rules (1867)Kampfsport
Entstanden aus Pankration
Ringen / Wrestling
Ältester Zweikampfsport: Würfe, Kontrolle und Bodenarbeit ohne Schläge. Grundlage für Sambo, Judo-Nebenformen und MMA-Takedowns.
Herkunft: weltweit, u. a. EuropaEntstehung: antike Wurzeln, olympisch seit 1896Kampfsport

Savate
Savate / Boxe française – „alter Schuh“
Boxe française
Französischer Fußkampf mit Schuhen, kombiniert mit Boxtechnik. Elegante Beinarbeit, sportlich klar geregelt.
Herkunft: FrankreichEntstehung: 19. JahrhundertBegründer: Charles Lecour (1808–1894) verband Savate mit englischem BoxenKampfsport
Entstanden aus BoxenKampfringen (europäisch)
Historisches europäisches Ringen mit Hebeln, Würfen und Griffen aus den alten Fechtbüchern. Teil vieler HEMA-Lehrpläne.
Herkunft: MitteleuropaEntstehung: Fechtbücher ab dem 14./15. JahrhundertKampfkunst
Entstanden aus HEMA – Historische Europäische KampfkünsteSportfechten
Florett · Degen · Säbel
Moderner Fechtsport mit drei Waffen und elektronischer Trefferanzeige. Fokus auf Timing, Distanz und Linienarbeit.
Herkunft: EuropaEntstehung: aus dem historischen Fechten, olympisch seit 1896Kampfsport
Entstanden aus HEMA – Historische Europäische KampfkünsteLa Verdadera Destreza
La Verdadera Destreza – „die wahre Geschicklichkeit“
Spanische Fechtkunst · Rapier
Spanische Rapierfechtkunst, aufgebaut auf Geometrie, Kreisbewegung und exakter Distanzarbeit statt auf Kraft. Eine der einflussreichsten europäischen Waffenschulen der Neuzeit.
Herkunft: SpanienEntstehung: ab 1569 (Jerónimo Sánchez de Carranza)Begründer: Jerónimo Sánchez de Carranza (1582) und Luis Pacheco de NarváezKampfkunst
Entstanden aus HEMA – Historische Europäische Kampfkünste
Scherma di Coltello Siciliana
Paranza corta · Scherma di bastone
Süditalienische Messerkampftradition, familiär weitergegeben statt in Schulen gelehrt. Kurze Klinge, enge Distanz, viel Arbeit mit der freien Hand; verwandt mit der Stockfechttradition „scherma di bastone“.
Herkunft: Italien (Sizilien, Kalabrien, Apulien)Entstehung: überliefert ab dem 19. JahrhundertSelbstverteidigungssystem
Jogo do Pau
Jogo do Pau – „Spiel des Stocks“ (port.)
Portugiesischer Stockkampf mit dem langen Wanderstab, ursprünglich zur Verteidigung gegen mehrere Gegner entwickelt. Große Bögen, Beinarbeit und Kontrolle des Raums prägen das System.
Herkunft: Portugal (Minho, Beiras)Entstehung: belegt ab dem 18./19. JahrhundertKampfkunst

Bartitsu
Baritsu
Frühes europäisches Mischsystem aus Jiu Jitsu, Boxen, Savate und Spazierstockkampf für die Straße der viktorianischen Zeit. Gilt als eine der ersten dokumentierten „Cross-Training“-Ideen überhaupt.
Herkunft: England (London)Entstehung: 1898/99 (Edward Barton-Wright)Begründer: Edward William Barton-Wright (1860–1951), London 1898/99Selbstverteidigungssystem
Entstanden aus Jiu Jitsu (Ju-Jutsu)Quarterstaff & Bare-Knuckle-Pugilismus
English quarterstaff · Broughton Rules
Englische Volks-Kampftraditionen: der Quarterstaff als Langstock der Landbevölkerung und der Faustkampf ohne Handschuhe, der ab 1743 erstmals Regeln bekam. Aus dieser Linie entstand das moderne Boxen.
Herkunft: EnglandEntstehung: Stab ab dem 16. Jh., Faustkampf-Regeln ab 1743Kampfkunst
Entstanden aus BoxenCanne de Combat
Canne de combat – „Kampfstock“ (frz.)
Französischer Stockkampf mit dem leichten Spazierstock, eng mit Savate verbunden. Schnelle, weit ausholende Schläge aus dem Handgelenk und ausgeprägte Beinarbeit.
Herkunft: FrankreichEntstehung: 19. Jahrhundert, sportlich ab den 1970ernBegründer: sportliche Kodifizierung durch Maurice Sarry (1970er Jahre)Kampfsport
Gouren
Gouren – „Ringen“ (bretonisch)
Bretonisches Ringen
Keltische Ringtradition der Bretagne: Gekämpft wird im Leinenhemd, gewertet wird der saubere Wurf auf beide Schulterblätter. Vor dem Kampf steht ein Ehrenschwur.
Herkunft: Frankreich (Bretagne)Entstehung: keltische Wurzeln, Regelwerk ab 1930Kampfsport
Glíma
Glíma – „Ringkampf, Spiel“ (altnordisch)
Isländisches Nationalringen mit Gurtgriff an Hüfte und Oberschenkel: aufrechte Haltung, ständiges Umkreisen, Wurf durch Timing statt Kraft. Eine der ältesten durchgehend gepflegten Kampftraditionen Europas.
Herkunft: Island / SkandinavienEntstehung: Wikingerzeit, moderne Form ab 1900Kampfsport

Schwingen
Schweizer Hosenlupf
Alpines Ringen im Sägemehlring, gegriffen wird an der Zwilchhose. Klar geregelte Schwünge und Würfe, tief in der ländlichen Kultur des Alpenraums verankert.
Herkunft: SchweizEntstehung: belegt ab dem 13. JahrhundertKampfsport
Pankration
παγκράτιον (Pankration) – „alle Kräfte“ – Faust- und Ringkampf vereint
παγκράτιον
Antiker Allkampf aus Faustkampf und Ringen: Schläge, Tritte, Würfe, Hebel und Würger waren erlaubt. Gilt als frühester dokumentierter Vorläufer heutiger Freikampf-Systeme.
Herkunft: GriechenlandEntstehung: olympische Disziplin ab 648 v. Chr.Kampfsport
Entstanden aus Ringen / Wrestling
Griechisch-römisches Ringen
Greco-Roman – Ringen nur oberhalb der Gürtellinie
Greco-Roman Wrestling
Ringkampfstil, bei dem ausschließlich oberhalb der Gürtellinie angegriffen wird – keine Beinangriffe. Wurf- und Hebearbeit aus dem Oberkörperclinch steht im Mittelpunkt.
Herkunft: Frankreich/Europa (Name antik gewählt)Entstehung: moderne Form ab dem 19. Jh., olympisch seit 1896Kampfsport
Entstanden aus Ringen / Wrestling
Paranza Corta
paranza corta (ital.) – „kurze Deckung“
Scherma di coltello · süditalienischer Messerkampf
Der bekannteste traditionelle Messerkampf Italiens: „kurze Deckung“ – eng geführte Klinge, gedeckter Körper, kleine Schritte, Schnitte statt weiter Ausholbewegungen. Entstanden im Duellwesen des Mezzogiorno und in verschwiegenen Schulen weitergegeben.
Herkunft: Italien (Neapel, Apulien, Kalabrien)Entstehung: 19. Jahrhundert, überliefert bis heuteSelbstverteidigungssystem
Entstanden aus Scherma di Coltello SicilianaBastone Genovese
Stock, Messer und Raufkunst aus Genua
Norditalienische Volkstradition mit Spazierstock, Messer (Coltello) und dem Beinstellen (Gambetto). Bis heute in Genua als lebendige Linie unterrichtet und in Lehrbüchern dokumentiert.
Herkunft: Italien (Genua, Ligurien)Entstehung: 19. JahrhundertSelbstverteidigungssystem
Liccasapuni
liccasapuni (sizilianisch) – wörtlich „Seifenlecker“ – Spottname des Duellmessers
Begriff · sizilianisches Duellmesser
Kein Stil, sondern die Klinge selbst: das sizilianische Duellmesser, das dem geregelten Ehrenzweikampf seinen Namen gab – geführt mit festgelegten Regeln, Zeugen und begrenzter Schnittführung.
Herkunft: Italien (Sizilien)Entstehung: 19. JahrhundertBegriff / Person
Kein eigener Stil – gehört zu Scherma di Coltello SicilianaRapier
Stoßdegen des 16./17. Jahrhunderts
Zivile Duellwaffe der frühen Neuzeit: lange, schmale Stoßklinge, oft mit Dolch oder Mantel in der linken Hand. Grundlage der spanischen Destreza und des italienischen Fechtens – und Vorläufer des modernen Sportfechtens.
Herkunft: Spanien, ItalienEntstehung: ca. 1550–1700Waffe
Kein eigener Stil – gehört zu La Verdadera DestrezaMesser & Dusack
einschneidige europäische Kurzwaffen
Das „Große Messer“ war die Waffe des Bürgers, der kein Schwert tragen durfte – einschneidig, mit Nagel am Griff. Der Dusack diente als Übungswaffe. Beide sind in den Fechtbüchern von Talhoffer und Meyer ausführlich dokumentiert.
Herkunft: MitteleuropaEntstehung: 15./16. JahrhundertWaffe
Kein eigener Stil – gehört zu HEMA – Historische Europäische Kampfkünste
Amerika
Zusammenhänge
Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ)
Bodenkampfsystem mit Positionsarbeit, Hebeln und Würgetechniken. International als Sport und als Teil des MMA-Trainings verbreitet.
Herkunft: Brasilien (aus Japan)Entstehung: ab den 1920ern (Familie Gracie)Begründer: Carlos und Hélio Gracie, ausgehend vom Judoka Mitsuyo Maeda (1878–1941)Kampfsport
Entstanden aus JudoLuta Livre
Brasilianischer Bodenkampf ohne Gi, entstanden als Gegenpol zum BJJ. Schnelle Übergänge, viele Beinhebel.
Herkunft: BrasilienEntstehung: ab den 1920ernBegründer: Euclydes „Tatu“ Hatem (1909–1984)Kampfsport
Entstanden aus Ringen / WrestlingVale Tudo
Frühe brasilianische Freikampfform mit sehr wenigen Regeln, „alles erlaubt“. Direkter Vorläufer des modernen MMA.
Herkunft: BrasilienEntstehung: ab den 1920er/30er JahrenKampfsport
Entstanden aus Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ)MMA – Mixed Martial Arts
Wettkampfsport, der Schlag-, Tritt-, Wurf- und Bodenkampf in einem Regelwerk vereint. Kein traditioneller Stil, sondern ein Sportformat.
Herkunft: USA / Brasilien / JapanEntstehung: moderne Form ab 1993Begründer: kein Gründer – Wettkampfformat, weltweit populär ab 1993 (UFC)Kampfsport
Entstanden aus Vale TudoCapoeira
Capoeira – aus dem Tupi/Portugiesischen – „gerodetes Buschland“
Verbindung aus Kampf, Akrobatik, Musik und Tanz, entstanden in der Sklaverei. Wird im Kreis (Roda) zu Berimbau-Rhythmen gespielt.
Herkunft: Brasilien (afrikanische Wurzeln)Entstehung: 16.–19. JahrhundertKampfkunst

Jeet Kune Do
Von Bruce Lee formuliertes Konzept, das aus Wing Chun, Fechten und Boxen schöpft. Kein fixer Stil, sondern ein Prinzip der Reduktion.
Herkunft: USA (chinesische Wurzeln)Entstehung: 1967 (Bruce Lee)Begründer: Bruce Lee (1940–1973), benannt 1967Selbstverteidigungssystem
Entstanden aus Wing Chun Kung FuOkichitaw / Kriegskunst der Plains
Tomahawk · Gunstock War Club · Lanze
Kampfkunst der Plains-Krieger mit Tomahawk, Keule, Lanze und Messer, ergänzt um Ringen und Schläge aus derselben Bewegungslogik. In Kanada als Okichitaw in ein modernes Lehrsystem gefasst.
Herkunft: Nordamerika (Plains-Cree, Kanada)Entstehung: historische Kriegertradition, systematisiert 1997Begründer: George J. Lépine (*1962), Kanada 1997Kampfkunst

Kajukenbo
Karate · Judo · Kenpo · Boxen
Erstes bewusst gemischtes amerikanisches Selbstverteidigungssystem: aus Karate, Judo/Jiu-Jitsu, Kenpo und Boxen zusammengesetzt, entwickelt für harte Straßensituationen.
Herkunft: USA (Hawaii, Palama Settlement)Entstehung: gegründet 1947Begründer: Adriano Emperado und die „Black Belt Society“, Hawaii 1947Selbstverteidigungssystem
Entstanden aus Kenpo KarateCatch Wrestling
Catch-as-catch-can
Ringen mit Aufgabegriffen: Würfe, Kontrolle am Boden und schmerzhafte Hebel. Über die Jahrmarktsringer in die USA gekommen und bis heute Grundlage vieler MMA-Griffe.
Herkunft: England (Lancashire) / USAEntstehung: 19. JahrhundertKampfsport
Entstanden aus Ringen / WrestlingFolkstyle Wrestling
Collegiate Wrestling · US-Schulringen
Das an Schulen und Universitäten der USA betriebene Ringen: Kontrolle statt Wurfpunkte. Prägt bis heute den Takedown- und Käfigkampf vieler amerikanischer MMA-Kämpfer.
Herkunft: USAEntstehung: seit dem frühen 20. JahrhundertKampfsport
Entstanden aus Ringen / Wrestling52 Blocks
Jailhouse Rock · US-Straßenboxen
Aus Gefängnis- und Straßenmilieu überliefertes Boxsystem: enge Deckung, Arbeit aus dem Schulterschutz heraus, Schläge aus ungewohnten Winkeln auf engstem Raum.
Herkunft: USA (Ostküste, New York)Entstehung: 20. JahrhundertSelbstverteidigungssystem
Entstanden aus Boxen
Afrika
Zusammenhänge
Nguni-Stockkampf
Donga · Zulu stick fighting
Zweistock-System mit Angriffs- und Schildstock, traditionell zur Bewährung junger Männer und bei Zeremonien. Betont Reichweite, Deckung und Ehre im Umgang mit dem Gegner.
Herkunft: Südafrika (Nguni/Zulu)Entstehung: traditionell, bis heute praktiziertKampfkunst
Dambe
Dambe – „Boxen“ (Hausa)
Westafrikanischer Faustkampf der Hausa: eine umwickelte Schlaghand („Speer“), die andere Hand führt und deckt („Schild“). Kämpfe laufen über kurze, hochintensive Runden.
Herkunft: Nigeria / Niger (Hausa)Entstehung: traditionell, modern organisiert ab dem 20. Jh.Kampfsport
Ozeanien
Zusammenhänge
Mau Rākau & Haka
Mau rākau – „die Waffe führen“ (te reo Māori)
Taiaha · Mere · Tewhatewha
Waffenkunst der Māori mit Taiaha (Stabwaffe), Mere und Tewhatewha – Haltung, Blick und Stimme gehören zur Technik. Der Haka war ursprünglich Kriegstanz zur Einschüchterung und mentalen Aufrichtung vor dem Kampf.
Herkunft: Neuseeland (Māori, Aotearoa)Entstehung: vorkoloniale Tradition, Wiederbelebung ab 1983Kampfkunst

Coreeda & Bumerang-Waffen
Aboriginal fighting arts · Woomera · Nulla-Nulla
Ringtradition der australischen Ureinwohner, verbunden mit Tanz und Zeremonie; heute als Coreeda geregelt. Zum Waffenrepertoire zählten Wurfhölzer und Bumerangs, die Speerschleuder Woomera sowie Keulen wie Nulla-Nulla.
Herkunft: Australien (Aboriginal-Kulturen)Entstehung: sehr alte Tradition, moderne Form seit 1990ernKampfsport
Aboriginal-Waffenkampf
Nulla Nulla · Woomera · Bumerang
Kampf- und Jagdkünste der australischen Ureinwohner: Keule (Nulla Nulla), Schild aus Hartholz, Speer mit Wurfhilfe (Woomera) und der Kampfbumerang – geübt in geregelten Zweikämpfen.
Herkunft: Australien (First Nations)Entstehung: überliefert, Jahrtausende altKampfkunst
Tasmanischer Speerkampf
palawa · Tasmanien
Die Kampfform der tasmanischen Ureinwohner: lange, im Feuer gehärtete Holzspeere und Wurfkeulen, eingesetzt aus der Bewegung heraus. Nur in frühen Berichten und Zeichnungen dokumentiert.
Herkunft: Tasmanien (palawa)Entstehung: überliefert, vor der KolonialzeitKampfkunst
Taiaha
taiaha (te reo Māori) – Langstab mit Klingenende
Māori-Langwaffe · gehört zum Mau rākau
Die bekannteste Waffe der Māori: ein etwa mannshoher Holzstab mit Klingenende und geschnitztem Zungenkopf. Geführt wird er mit Stoß, Schlag und Körperdrehung aus tiefem Stand.
Herkunft: Neuseeland (Aotearoa)Entstehung: vorkolonial überliefertKampfkunst
Kein eigener Stil – gehört zu Mau Rākau & HakaPatu / Mere
patu / mere pounamu – „schlagen“ / Jadekeule
Māori-Kurzkeule
Flache Kurzkeule aus Stein, Knochen oder Jade (Mere pounamu). Waffe der kürzesten Distanz: gestoßen statt geschwungen, geführt von Anführern als Zeichen des Ranges.
Herkunft: Neuseeland (Aotearoa)Entstehung: vorkolonial überliefertKampfkunst
Kein eigener Stil – gehört zu Mau Rākau & HakaHaka
haka (te reo Māori) – „Tanz mit Ruf“
Begriff · ritueller Kriegstanz der Māori
Kein Stil, sondern ein Ritual: rhythmisch gestampfter Tanz mit Ruf, Blick und Körperspannung. Diente vor dem Kampf zur Einschüchterung, zur Prüfung der Absicht des Gegenübers und zur eigenen Aufrichtung.
Herkunft: Neuseeland (Aotearoa)Entstehung: überliefertBegriff / Person
Mata’a-Kriegertradition
mata’a (Rapa Nui) – Obsidianspitze
Rapa Nui · Osterinsel
Kampftradition der Osterinsel: Obsidianspitzen (Mata’a) an Speeren und Stäben, dazu Holzkeulen (Ua, Paoa). Neuere Forschung deutet die Mata’a eher als Werkzeug und Statuswaffe denn als reine Tötungswaffe.
Herkunft: Rapa Nui (Osterinsel)Entstehung: ca. 17./18. JahrhundertKampfkunst
Haka Pei
Rapa Nui · Mutprobe beim Tapati-Fest
Traditionelle Mutprobe der jungen Männer: die Abfahrt einen steilen Vulkanhang hinunter auf zusammengebundenen Bananenstämmen. Kein Zweikampf, aber Teil der Kriegerausbildung – Nervenstärke unter Risiko.
Herkunft: Rapa Nui (Osterinsel)Entstehung: überliefert, heute FestwettbewerbKampfsport
Naher Osten & Russland
Krav Maga
קרב מגע (Krav Maga) – „Kontaktkampf“
Militärisch geprägtes Selbstverteidigungssystem mit einfachen, reflexnahen Abläufen. Als valide gilt die israelische militärische Linie; in Europa kursieren inzwischen viele Kopien von Kopien. Prüfbar ist das über die Herkunft der Ausbildung: Wer seine Lizenz aus einem Online-Wochenende oder einem kurzen Zertifikatskurs bezieht, unterrichtet in der Regel eine europäische Abwandlung, nicht das ursprüngliche System.
Herkunft: IsraelEntstehung: ab den 1940er JahrenBegründer: Imi Lichtenfeld (1910–1998) für die israelischen StreitkräfteSelbstverteidigungssystem
Systema
Система – „das System“
Russisches Nahkampfsystem mit Atem-, Entspannungs- und Bewegungsarbeit statt fester Technikkataloge. Sehr weich in der Ausführung.
Herkunft: RusslandEntstehung: moderne Form ab den 1990ernBegründer: moderne Verbreitung durch Michail Rjabko und Wladimir WassiljewSelbstverteidigungssystem
Sambo
САМБО – „Selbstverteidigung ohne Waffe“
Ringkampfsystem aus Judo und regionalen Ringstilen; Combat Sambo ergänzt Schläge. Stark in Würfen und Beinhebeln.
Herkunft: Sowjetunion / RusslandEntstehung: 1920er/30er JahreBegründer: Viktor Spiridonow, Wassili Oschtschepkow und Anatoli Charlampijew (1920er/30er Jahre)Kampfsport
Entstanden aus Judo
Begriffe & Personen
Zusammenhänge
Budō
武道 – „Weg des Kampfes“
武道 – „Weg des Kampfes“
Oberbegriff für die japanischen Kampfwege, bei denen neben der Technik die persönliche Entwicklung im Mittelpunkt steht – im Unterschied zum rein kampfpraktischen Bujutsu.
Herkunft: JapanEntstehung: Begriff der Neuzeit, Wurzeln im BujutsuBegriff / Person
Bushidō
武士道 – „Weg des Kriegers“
武士道 – „Weg des Kriegers“
Wertekanon der Samurai: Aufrichtigkeit, Mut, Respekt, Selbstbeherrschung und Loyalität. Prägt bis heute die Umgangsformen in vielen Trainingsräumen.
Herkunft: JapanEntstehung: Kodifizierung vor allem in der Edo-ZeitBegriff / Person
Wu Dao
武道 (Wǔdào) – „Weg der Kampfkunst“
武道 · Wǔdào – „Weg der Kampfkunst“
Chinesische Entsprechung zu Budō: die Kampfkunst als Übungsweg mit innerer Haltung, nicht nur als Technik-Sammlung.
Herkunft: ChinaEntstehung: klassischer BegriffBegriff / Person
Ng Mui
五枚 – Name der legendären Nonne
五枚 · Ng Mui Si Tai
Legendäre Nonne, die als Begründerin des Wing Chun gilt und ihr Wissen der Namensgeberin Yim Wing Chun weitergegeben haben soll. Historisch nicht belegt, aber prägend für das Selbstverständnis des Systems.
Herkunft: China (Legende, Süd-/Südwestchina)Entstehung: überliefert für das 17./18. Jh.Begriff / Person
Sandalen im Training
Zōri · Waraji · Trainingsschuhwerk
Traditionell wurden Sandalen (Zōri, Waraji) bis zur Trainingsfläche getragen und davor ausgezogen. Im CFC in Villach trainieren wir barfuß oder mit sauberen Antirutschsocken.
Herkunft: OstasienEntstehung: traditionellBegriff / Person
Eskrima, Arnis, Kali – die Wortbedeutung
Esgrima · Arnés · Kali – „Fechten“ · „Harnisch“ · alter Sammelbegriff
Begriff · gehört zu den FMA
Kein eigener Stil, sondern drei Namen für dieselbe Kampfkunstfamilie: Eskrima kommt vom spanischen esgrima („Fechten“), Arnis von arnés („Harnisch“, aus dem Bühnenkampf arnis de mano), Kali ist der ältere Sammelbegriff, vor allem im Süden gebräuchlich.
Herkunft: PhilippinenEntstehung: Begriffe seit der KolonialzeitBegriff / Person
Kein eigener Stil – gehört zu FMA – Filipino Martial ArtsPuño
Puño – „Faust“ bzw. Knauf des Stocks
Begriff · gehört zu den FMA
Kein Stil, sondern ein Begriff: „Faust“ bzw. der kurze Knauf des Stocks unterhalb der Griffhand. Damit wird auf kurze Distanz gestoßen, gehakt und kontrolliert – im Eskrima praktisch die dritte Hand.
Herkunft: Philippinen (spanisches Lehnwort)Entstehung: historisch gewachsenBegriff / Person
Kein eigener Stil – gehört zu FMA – Filipino Martial ArtsKamot
Kamot – „Hand“ (Cebuano)
Begriff · gehört zum Pangamut (FMA)
Kein Stil, sondern das Wort für „Hand“. Kamot-Kamot bezeichnet das waffenlose Arbeiten, bei dem die Bewegungen der Stock- und Messerarbeit auf die leere Hand übertragen werden.
Herkunft: Philippinen (Cebuano)Entstehung: historisch gewachsenBegriff / Person
Kein eigener Stil – gehört zu PangamutWu Wei
無為 (Wúwéi) – „Handeln durch Nichthandeln“
無為 · Prinzip · daoistische Grundhaltung
Kein Stil, sondern ein Prinzip: „Handeln durch Nichthandeln“. Gemeint ist nicht Untätigkeit, sondern müheloses, absichtsloses Handeln im Einklang mit der Situation – ohne erzwingen, ohne gegen die Kraft des anderen anzurennen. In den inneren Systemen (Tai Chi, Yiquan) und auch im Wing Chun zeigt sich das als Nachgeben, Kleben und Handeln im richtigen Moment statt Kraft gegen Kraft.
Herkunft: China (Daoismus, Laozi „Daodejing“)Entstehung: ab ca. 4. Jh. v. Chr.Begriff / Person
Kein eigener Stil – gehört zu Tai Chi ChuanZhan Zhuang
站樁 – „wie ein Pfahl stehen“
站樁 · Begriff · Standübung der inneren Systeme
Kein Stil, sondern die „Pfahlstehen“-Übung: reglos gehaltene Positionen zur Schulung von Struktur, Atmung und Körperwahrnehmung. Kernübung im Yiquan, Taikiken und in vielen Tai-Chi-Linien.
Herkunft: ChinaEntstehung: traditionell überliefertBegriff / Person
Kein eigener Stil – gehört zu YiquanIp Man (Yip Man)
葉問 – Name des Wing-Chun-Meisters
葉問 · Person · Wing-Chun-Meister in Hongkong
Kein Stil, sondern die Person, über die Wing Chun ab 1949 in Hongkong öffentlich unterrichtet und dadurch weltweit bekannt wurde. Fast alle heutigen Linien gehen auf seine Schüler zurück.
Herkunft: China / HongkongEntstehung: 1893–1972Begriff / Person
Kein eigener Stil – gehört zu Wing Chun Kung FuBruce Lee
李小龍 – „kleiner Drache Lee“
李小龍 · Person · Begründer des Jeet Kune Do
Kein Stil, sondern die Person: Wing-Chun-Schüler in Hongkong, später Entwickler des Jeet Kune Do und Auslöser der weltweiten Kampfkunstwelle der 1970er Jahre.
Herkunft: Hongkong / USAEntstehung: 1940–1973Begriff / Person
Kein eigener Stil – gehört zu Jeet Kune DoSpeer & Lanze
die meistgenutzte Waffe der Geschichte
Keine Waffe hat mehr Schlachten entschieden: griechische Phalanx, römisches Pilum, japanisches Yari, chinesisches Qiang, Speer der First Nations und Tasmaniens. Reichweite, billige Herstellung und schnelle Ausbildung machten ihn zur Standardwaffe jeder Armee, lange bevor das Schwert zum Symbol wurde.
Herkunft: weltweitEntstehung: Steinzeit bis 19. JahrhundertWaffe
Pfeil und Bogen
Langbogen · Reflexbogen · Yumi
Die entscheidende Fernwaffe der Vormoderne: der englische Langbogen bei Crécy und Agincourt, der mongolische Reflexbogen vom Pferd, der japanische Yumi im Kyūdō. Der Bogen konnte einen gepanzerten Ritter aus großer Distanz töten – deshalb war Bogenschießen in England per Gesetz Pflichtübung.
Herkunft: weltweitEntstehung: jungsteinzeitlich bis NeuzeitWaffe

Guoshu / Wushu
國術 / 武術 – „Nationalkunst“ / „Kriegskunst“
國術 „Nationalkunst“ · 武術 „Kriegskunst“
Kein Stil, sondern zwei Sammelbegriffe: Wǔshù heißt wörtlich „Kriegskunst“ und ist der neutrale Oberbegriff aller chinesischen Systeme. Guóshù („Nationalkunst“) war der Name des staatlichen Zentralinstituts von 1928, das die Kampfkünste als Militär- und Volksausbildung ordnen sollte. Nach 1949 wurde Wushu auf dem Festland zunehmend zur Sport- und Vorführdisziplin, während Guoshu in Taiwan die kampforientierte Linie bezeichnet.
Herkunft: ChinaEntstehung: Guoshu ab 1928, Wushu ab 1949Begriff / Person
Kein eigener Stil – gehört zu Kung Fu (Gong Fu, 功夫) allgemein
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